Wie funktioniert Bausparen? – Bausparkassen, Verträge und verschiedene Phasen

Ein Bausparvertrag eignet sich für viele verschiedene Zwecke, sei es für die Finanzierung einer Immobilie oder einfach als schlichte Geldanlage. Daher ist das Bausparen besonders in Deutschland sehr beliebt in verschiedenen Situationen. Wie funktioniert das Bausparen aber, was sollten Sie wissen und lohnt sich die Geldanlage in einen Bausparvertrag überhaupt? Wir, die Experten von IHV klären auf und beantworten alle wichtigen Fragen rund um das Thema Bausparen!

Die drei Phasen des Bausparens – Spar-, Tilgung- und Darlehensphase

Jedes Bausparen besteht aus verschiedenen Phasen. In den meisten Fällen sind es drei verschiedene Phasen die durchlaufen werden müssen. Hierbei wird zuerst ein gewisser Betrag angespart, anschließend das Darlehen zugeteilt und dieses letztendlich getilgt. Wie genau funktionieren diese Phasen aber und welche Kennzahlen müssen während den jeweiligen Phasen bestimmt werden? Erfahren Sie mehr zum Bausparen in unserem großen Guide zum Thema Bausparen!

Das wichtigste auf einen Blick

  • In der Sparphase wird ein gewisser Betrag angespart. Dieser Betrag richtet sich nach dem Volumen des Bausparvertrages
  • Ist der Mindestbetrag angespart, kann das Darlehen ausgezahlt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die in der Zuteilungsphase wahrgenommen werden können
  • In der Darlehensphase wird das Darlehen mit monatlichen Zahlungen getilgt. Die Tilgungslaufzeit hängt hierbei von verschiedenen Faktoren, wie der Darlehenshöhe ab
  • Bausparkassen funktionieren mithilfe von Ein- und Auszahlern, die für einen Geldfluss sorgen und verdienen selbes an den Zinsen
  • Verschiedene Bausparkassen bieten unterschiedliche Tarife für Bausparer an. Der Vergleich der Bausparkassen lohnt sich aufgrund der verschiedenen Angebote für jeden Bausparer

Die Sparphase – Geld ansparen bis zur Zuteilung

In der Sparphase wird zuerst ein gewisser Betrag angespart. Dieser entspricht meist 30-50% des Volumens des Bausparvertrages. Hierfür muss die Bausparsumme, der Darlehenszins und der Tilgungsbetrag festgelegt werden. Es ist wichtig vorab genau zu wissen, wie hoch die Darlehenssumme sein soll und hierbei sowohl die Kosten für die Immobilie als auch das vorhandene Eigenkapital zu berücksichtigen. Erst wenn diese Summe vollständig angespart ist, ist der Vertrag zuteilungsreif und das Darlehen kann ausgezahlt werden. Ein Bausparvertrag wird auch häufig in jungen Jahren gestartet, ohne ein konkretes Bauvorhaben geplant zu haben. Hier variieren die Summen für den Vertrag, je nach individueller Situation und finanzieller Lage.

  • In der Sparphase wird ein gewisser Betrag angespart
  • Dieser Betrag richtet sich nach dem Volumen des Bausparvertrages

Die Zuteilungsphase – verschiedene Möglichkeiten für Bausparer

Nachdem die Mindestbewertungszahl angespart wurde ist der Vertrag zuteilungsreif und das Darlehen wird ausgezahlt. Die Bewertungszahl regelt hierbei die gerechte Verteilung und die Reihenfolge der Zuteilung, da alle Bausparer einer Bausparkasse in denselben Topf einzahlen. Daher kann monatlich auch nur ein bestimmter Darlehensbetrag ausgezahlt werden, um die Ein- und Auszahlungen im Gleichgewicht zu halten. Nach mindestens 18 Monaten nach Abschluss des Bausparvertrages, wird die Zuteilungsphase erreicht. Hier stehen Bausparern dann zwei Optionen offen. Das Guthaben und die staatlichen Prämien können ausgezahlt werden oder aber das Bauspardarlehen wird für das Wohneigentum genutzt. Im letzten Fall wird von der Bausparkasse sowohl das Sparguthaben als auch das Darlehen also die gesamte Bausparsumme ausgezahlt. Durch Sonderzahlungen kann die Zuteilungsphase verkürzt werden und sie kommen schneller ans Ziel.

  • Ist der Mindestbetrag angespart, kann das Darlehen ausgezahlt werden
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die in dieser Phase wahrgenommen werden können

Die Darlehensphase – Tilgung des Darlehens

Entscheiden sich Bausparer dafür, dass Darlehen in Anspruch zu nehmen und für Wohneigentum zu nutzen, so zahlt die Bausparkasse das angesparte Guthaben und das Darlehen, also die gesamte Bausparsumme aus. Anschließend wird das Darlehen in monatlichen Zinsen- und Tilgungsraten zurückgezahlt. Die Höhe der Tilgungsrate wird dabei vom Bausparer selbst gewählt. Die Tilgungslaufzeit ist von der Höhe des monatlichen Tilgungsbeitrages, des gewählten Darlehenszins und der Darlehenshöhe abhängig und variiert je nach Bauspartarif.

  • In der Darlehensphase wird das Darlehen mit monatlichen Zahlungen getilgt
  • Die Tilgungslaufzeit hängt hierbei von verschiedenen Faktoren, wie der Darlehenshöhe ab

Der Abschluss – alle wichtigen Fakten zu Bausparkassen und dem Vertrag

Neben den drei Phasen des Bausparens sind noch weitere Kennzahlen wichtig! Hierzu zählt das allgemeine Verständnis zur Funktion einer Bausparkasse oder aber wichtige Kennzahlen des Bausparvertrags.

Die Bausparkassen – das Prinzip, die einzelnen Teile und die wichtigsten Fakten

Bausparkassen haben sich auf das Vergeben von Bausparverträgen spezialisiert. Es gibt verschiedene Teile, die zusammen wirken und somit das Prinzip des Bausparens zum Funktionieren bringen. Die drei Phasen spielen hierbei eine wichtige Rolle. Bausparkassen haben immer Ein- und Auszahler. Die Einzahler, die während der Ansparphase sogenannte Sparraten einzahlen und die Einzahler, die während der Darlehensphase das Bauspardarlehen wieder Tilgen.

Die Auszahler sind diejenigen in der Zuteilungsphase, die sowohl ihr angespartes Vermögen erhalten, als auch das Darlehen beziehen können. Das Geld in einer Bausparkasse fliest also von den Ein- zu den Auszahlern hin und her. Die Bausparkasse selbst verdient ihr Geld mit Zinsen, die die Bausparer in verschiedenen Phasen zahlen.

  • Bausparkassen funktionieren mithilfe von Ein- und Auszahlern
  • Die Bausparkassen sorgen für einen Geldfluss und verdienen selbes an den Zinsen

Der Bausparvertrag – unterschiedliche Angebote von Bausparkassen

Verschiedene Bausparkassen haben zum Teil deutlich unterschiedliche Tarife. Ein Vergleich auf der Suche nach dem besten Bausparvertrag ist also durchaus ratsam. Beim Vergleich müssen verschiedene Kennzahlen beachtet werde, wie beispielsweise der Darlehenszins. Aber auch weitere Faktoren sind wichtig, wie die Verzinsung des Guthabens und weitere wichtige Eckpunkte des Vertrages.

Der Vergleich gestaltet sich jedoch in jedem Falle nicht einfach, da unterschiedliche Zinsen mit verschiedenen Spar- und Tilgungszeiträumen kombiniert werden. Diese Eckdaten müssen dann mit den Wünschen und der individuellen Situation der Sparer abgestimmt werden. So kann es gut sein, dass ein Angebot mit einem deutlich höheren Darlehenszins die bessere Wahl ist, da die Zeit bis zur Zuteilung kürzer ist als bei den anderen Varianten. Tipp: Holen Sie für eine Bausparsumme verschiedene Angebote unterschiedlicher Anbieter ein und vergleichen sie auf die genannten Kennzahlen hin.

  • Verschiedene Bausparkassen bieten unterschiedliche Tarife für Bausparer an
  • Der Vergleich der Bausparkassen lohnt sich aufgrund der verschiedenen Angebote für jeden Bausparer

Die wichtigsten Fragen zum Thema Bausparen

Das Thema Bausparen ist nicht ganz einfach zu verstehen und hält viele Fachbegriffe und Schwierigkeiten für unerfahrene bereit. Damit für Sie keine Fragen offen bleiben beantworten die Experten von IHV noch alle wichtigen Fragen rund um das Thema Bausparen.

Was versteht man unter einem Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag ist ein Sparvertrag zwischen Anleger und Bausparkasse. Der Bausparvertrag ist eine Anlageform, bei der erst ein festgelegter Teil der Summe angespart wird, bevor die Darlehenssumme ausgezahlt wird. Das Bausparen unterteilt sich also in zwei Phasen. Die erste ist die Ansparphase, bei der das Mindestsparguthaben angespart wird. In der zweiten Phase, der Darlehensphase, wird die Darlehenssumme ausgezahlt und vom Anleger nach und nach getilgt.

Was kostet mich ein Bausparvertrag?

Die Kosten für den Bausparvertrag sind von Bank zu Bank verschieden. Es fallen neben den Kosten für die Darlehenszinsen zusätzlich noch Kosten für die Abschluss- und Kontoführungsgebühr an. Diese Kosten sind eine wichtige Kennzahl um verschiedene Tarife vergleichen zu können.

Wie kann ich meinen Bausparvertrag auszahlen lassen?

Ein Bausparvertrag kann theoretisch jederzeit ausgezahlt werden. Jedoch hängt die Auszahlung von der jeweiligen Phase ab, in der sich der Anleger befindet. In der Darlehensphase, wird die Summe automatisch ausgezahlt, sobald das Mindestsparguthaben erreicht ist. Während der Ansparphase muss der Vertrag jedoch zuerst gekündigt werden, um das bis dahin angesparte Vermögen ausgezahlt zu bekommen.

Was ist das zu versteuernde Einkommen?

Das zu versteuernde Einkommen ist ein Begriff aus dem Steuerrecht. Es beschreibt die Bemessungsgrundlage für die Steuerfestsetzung der Einkommenssteuer. Es wird mithilfe einer recht komplizierten Formel berechnet und ist daher für laien nicht leicht zu bestimmen.

Was ist der Regelsparbeitrag?

Der Regelsparbeitrag beschreibt den monatlichen zu zahlenden Betrag und richtet sich nach der Höhe der Bausparsumme. Der Beitrag wird im Bausparvertrag festgehalten, kann jedoch je nach Vertrag jederzeit abgeändert werden.

Kann man einen Bausparvertrag übertragen?

Ja, ein Bausparvertrag kann an einen Angehörigen übertragen werden. Meist werden die bisherigen Konditionen einfach beibehalten und somit gehen die Rechte und Pflichten einfach an den Angehörigen über. Ob eine Übertragung in Ihrem Vertrag möglich ist, müssen sie jedoch vorab mit der Bausparkasse abstimmen.

Wie lange zahlt man in einen Bausparvertrag ein?

Im Bausparvertrag wird eine Laufzeit vereinbart, die jedoch meist jederzeit anpassbar ist. Häufig wird eine Mindestlaufzeit von 18 Monaten vereinbart und die Laufzeit auf maximal 20 Jahre begrenzt. Wie lange letztendlich eingezahlt wird, hängt von der Summe und der Tilgungshöhe ab.