Solar Inselanlage oder die Kopplung an das öffentliche Netz – Photovoltaikanlagen im Vergleich

Die Entscheidung für oder gegen eine Solaranlage ist nicht immer einfach. Bereits vor der Planung oder der Installation stehen also zukünftige Selbststromerzeuger vor schwierigen Fragen. Um welche Anlage soll es sich handeln? Wie groß soll diese sein? Wie viel Strom verbrauchen wir und wie viel muss die Anlage produzieren können, um alle Anliegen zu decken?

Photovoltaikanlage – die verschiedenen Varianten der erneuerbaren Energiegewinnung

Die Anlage, die von den meisten gewählt wird, ist die sogenannte Photovoltaikanlage die mithilfe von Sonnenenergie Storm erzeugt. Die Besitzer sind mit einer solchen Anlage unabhängig von öffentlichen Netzanbietern und müssen für ihren eigenen Strom auch nicht mehr zahlen. Aber auch bei den Photovoltaikanlagen gibt es unterschiedliche Varianten, die jeweils ihre Vor- und Nachteile aufweisen.

Einspeiseanlage – Geld verdienen mit dem eigenen Strom

Die am häufigsten verwendete Variante der Photovoltaikanlage ist die Einspeiseanlage. Diese produziert Strom für den Haushalt und speist den Strom, der nicht verbraucht wird, in das öffentliche Netz ein. Das Haus ist, wie gesetzlich vorgeschrieben, an das öffentliche Stromnetz angeschlossen und gibt überschüssigen Strom an dieses ab. Hierfür wird im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschrieben, dass eine Entlohnung für den Produzenten erfolgen muss. Die sogenannte Einspeisevergütung variiert je nach Nennleistung der Anlage zwischen 10 und 13 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und ist für die nächsten 20 Jahre festgelegt. Um dies zu verdeutlichen: Eine durchschnittliche Familie verbraucht nur circa 30 % des erzeugten Stroms. 70 % werden ins öffentliche Netz gespeist und vergütet. Hier gibt es allerdings eine Falle, in die Privatpersonen oft tappen, denn Strom zu verkaufen ist ein Gewerbe und sobald eine Privatperson dies tut, wird sie zum Freiberufler und ist selbstständig. Steuern und jede Menge Papierkram warten nur auf Sie. Um dies zu vermeiden, schauen Sie in unserem Guide rund um das Thema Solaranlage ohne Finanzamt! Durch einen Stromspeicher kann der Eigenverbrauch auf bis zu 75 % erhöht werden und der Besitzer profitiert doppelt vom Strom.

Vorteile

  • Erstattung der Umsatzsteuer auf den Kaufpreis der Anlage
  • Gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Einspeisevergütung nach EEG als Nebenverdienst

Nachteile

  • Anmeldung der Anlage als Gewerbe
  • unterliegt den Pflichten der EEG
  • erhöhter bürokratischer Aufwand

Solche Einspeiseanlagen eignen sich besonders gut für Immobilienbesitzer, die einen konstanten durchschnittlichen Stromverbrauch haben und die Stromkosten drastisch verringern möchten. Im Gegenteil, eine solche Anlage kann nicht nur jährliche Stromkosten senken, sondern auch als Einnahmequelle genutzt werden.

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Nullleinspeiseanlage – der gesamte Strom für das eigene Heim

Die zweite Variante der Photovoltaikanlage ist die sogenannte Nulleinspeiseanlage. Wie der Name schon vermuten lässt, wird hier kein überschüssiger Strom in das öffentliche Netz eingespeist. Im Bestfall werden 100 % des produzierten Stroms im eigenen Haushalt verbraucht, sodass nichts an das öffentliche Netz geht. Damit dies gewährleistet ist, muss die Anlage genau auf die individuellen Bedürfnisse des Besitzers angepasst sein und zusätzlich einen passenden Stromspeicher aufweisen. Die Stromproduktion wird ergänzend durch einen Wechselrichter gesteuert, damit die Leistung der Anlage exakt auf den verbrauchten Strom passt und kein Strom an das öffentliche Netz geht. Die Besitzer einer solchen Anlage verzichten somit auf die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), jedoch gehen Sie gleichzeitig allen Pflichten aus dem Weg, die die Einspeisevergütung mit sich bringt. Sie müssen somit kein Gewerbe anmelden und auch keine Steuern für den eingespeisten Strom zahlen. Obwohl die Photovoltaikanlage 100 % des benötigten Stroms erzeugen soll, ist die Immobilie dennoch an das öffentliche Netz angeschlossen, damit diese auch weiterhin normalen Strom beziehen kann, falls der Solarstrom nicht reichen sollte.

Vorteile

  • Kein erhöhter bürokratischer Aufwand, wie Gewerbeanmeldung o.ä.
  • Größere Unabhängigkeit
  • keine Pflichten nach dem EEG

Nachteile

  • Keine Einspeisevergütung
  • keine Rückerstattung der Umsatzsteuer

Die Nulleinspeiseanlage eignet sich demnach besonders gut für Privatpersonen, die einen hohen Energieverbrauch aufweisen. Zu einer solchen Anlage ist die Installation eines passenden Stromspeichers verpflichtend, damit der selbst produzierte Strom am effektivsten genutzt werden kann.

Photovoltaik-Inselanlage – unabhängig vom öffentlichen Stromnetz

Die Variante der Photovoltaik-Inselanlage verzichtet auf die Verbindung zum öffentlichen Netz und geht davon aus, dass die Solaranlage den Stromspeicher immer mit Energie versorgen kann. Der Haushalt wird also einzig und allein von den Solarmodulen mit Strom versorgt und greift im Notfall nicht auf Strom aus dem öffentlichen Netz zurück. Der Besitzer ist also in keinem Moment auf Strom aus dem öffentlichen Netz angewiesen. Hier werden zunächst zwei Arten unterscheiden.

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Inselanlage ohne Netzanschluss

Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei diesem Modell um eine Anlage, die in keiner Weise an das öffentliche Netz angeschlossen ist. Das Haus ist ausschließlich auf Energie aus der Photovoltaikanlage angewiesen. Die Anlage wurde für einen solchen Fall so konzipiert, dass sowohl Solarmodule als auch Energiespeicher so groß sind, dass sie eigenständig das gesamte Haus mit Strom versorgen können ohne auf eine andere Stromquelle zurückzugreifen. Der Strom in einem solchen Haus wird also zu 100 % von der Photovoltaikanlage produziert und gespeichert. Diese Anlage wird aber meist nur dann installiert, wenn ein Anschluss an das öffentliche Stromnetz zu aufwendig wäre. Besonders bei abgelegenen Häusern, Berghütten oder einzelnen Infrastrukturen ist dies der Fall.

Inselanlage für Ersatzstrom

Die Unabhängigkeit vom öffentlichen Strom kann aber auch für deutsche Hausbesitzer mögliche gemacht werden. Der Einbau von einer Inselanlage für Notstrom ist hier die Lösung. Bei einem Ausfall des Stromnetzes kann dann die Inselanlage für Notstrom eingreifen. Sie ermöglicht es sowohl bei Einspeise-, als auch bei Nulleinspeiseanlagen im Notfall zu einem Inselsystem zu werden. Bei einem Stromausfall des öffentlichen Netzes wechselt diese Anlage innerhalb von wenigen Sekunden auf Ersatzstrom und das Haus bleibt normal mit Strom versorgt. Der Haushalt ist also nicht abhängig vom öffentlichen Netz und muss sich auch keine Gedanken um einen Stromausfall machen. Hier wird gewährleistet, dass immer genügend Strom vorhanden ist. Bei der Installation wird das gesamte Haus vom öffentlichen Netz abgetrennt und ein Ersatzstromsystem errichtet, dass mit dem Speichersystem kommunizieren kann.

Vorteile

  • Funktion als Ersatzstromsystem
  • Maximale Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz
  • Absicherung vor Stromausfällen

Nachteile

  • Deutliche Mehrkosten
  • wird nur selten angewendet
  • es besteht kaum ökonomischer Nutzen für die Besitzer

Eine solche Investition ist nicht immer ökonomisch sinnvoll für die Hausbesitzer. Bevor Sie sich also für diese Option entscheiden, prüfen Sie zunächst ihren durchschnittlichen Tagesverbrauch, die passende Analgengröße und die Auslegung des Solarspeichers. Hiermit können Sie berechnen, ob eine Investition für Sie rentabel wäre oder nicht. Die Unabhängigkeit, die Besitzer mit einer solchen Technik vom öffentlichen Netz haben, ist unbestritten und wird die Energiepolitik Deutschlands in den nächsten Jahren verändern und beeinflussen.

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