Sie werden ein Haus erben? 8 Tipps für richtige Erben einer Immobilie

Sie werden ein Haus erben und fragen sich, worin für Sie nun die nächsten Schritte bestehen? Wir präsentieren Ihnen 8 Aspekte, mit denen Sie sich beim Erben einer Immobilie auseinandersetzen müssen.

Wie bekomme ich mein Erbe?

Im Idealfall hat der Verstorbene ein Testament verfasst und dieses bei einem Notar hinterlegt. Ein Testament regelt (etwa im Falle mehrerer Kinder) wer was erben soll. Liegt kein Testament vor, greift die gesetzliche Erbfolge. Ehepartner und Kinder sind hierbei Erben erster Ordnung.

Prüfen Sie den Nachlass

Wird ein Erbe angenommen bedeutet dies, alle Rechte, aber auch Pflichten anzunehmen. Handelt es sich bei dem Erbe um einen reinen Geldbetrag, ist dieser Wert sofort ermittelt. Anders gestaltet es sich bei einer Immobilie. Nicht nur das Haus geht in die Hände des Erben über, auch etwaige Schulden wie eine Hypothek wird dann vom Erben angenommen. Dies bedeutet in der Praxis, dass der Erbe für diese Schulden mit seinem eigenen Vermögen haftet.

Dem Erben steht daher eine Frist von 6 Wochen zu, innerhalb der er sich entscheiden muss, ob er das Erbe annehmen oder ausschlagen möchte. Diese Frist beginnt mit dem Tag, an dem Sie von dem Erbfall erfahren. Der Blick ins Grundbuch verrät, wie es finanziell um den Nachlass steht. Ein Makler ist zudem in der Lage, den Verkehrswert der Immobilie zu ermitteln.

Das Ausschlagen des Erbes geschieht auf dem Amtsgericht. Alternativ kann die Ausschlagung ebenfalls von einem Notar Ihrer Wahl beurkundet werden.

Benötige ich einen Erbschein?

Der Erbschein bestätigt die Rechtmäßigkeit des Erbes. Häufig ist der Erbschein notwendig, um das Erbe überhaupt erst zu erhalten bzw. um auf Konten des Erblassers zugreifen zu können. Zudem berechtigt der Erbschein den Erben, Einblick in das Grundbuch zu erhalten.

Sind Sie Alleinerbe oder Miterbe einer Erbengemeinschaft?

Bei einer Erbengemeinschaft geht das Erbe nicht an eine einzelne Person, sondern an mehrere Personen über. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Erblasser mehrer Kinder hinterlässt. Das vererbte Haus gehört somit allen Erben. Keiner der Miterben hat ein Anrecht auf einzelne Gegenstände des Erbes. Dies bedeutet, dass alle Entscheidungen bezüglich der geerbten Immobilie von allen Erben gemeinsam beschlossen werden müssen.

In einer Erbengemeinschaft treffen häufig sehr unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der Immobilie aufeinander, was oftmals zu großen Konflikten führen kann. Viele Erbengemeinschaften entscheiden sich daher gemeinsam dafür, das Haus zu verkaufen und den anschließenden Erlös untereinander aufzuteilen. Dieser Verkauf ist, im Gegensatz zur Teilversteigerung, nicht mit wirtschaftlichen Verlusten verbunden.

Was soll mit dem Haus geschehen?

Wer ein Haus erben wird oder bereits geerbt hat, muss sich im zweiten Schritt mit der Frage auseinandersetzen, was mit der Immobilie geschehen soll. Befindet sich diese im Wohnort des Erben und weist sie zudem eine günstige Lage auf, bietet es sich an, die Immobilie selbst zu bewohnen.

Nicht immer kommt diese Option jedoch infrage. Etwa dann, wenn der Erbe bereits ein eigenes Haus bewohnt oder das geerbte Haus nicht den eigenen Wünschen und Vorstellungen entspricht.

Die Optionen, die dem Erben dann zur Verfügung stehen, sind entweder das Vermieten der Immobilie oder aber der Verkauf des Hauses. Wer Vermieten in Erwägung zieht muss hierbei bedenken, dass oftmals zahlreiche Renovierungsarbeiten bei dem geerbten Haus fällig werden.

Welche Kosten kommen beim Erben eines Hauses auf mich zu?

Die Kosten beim Erben eines Hauses sind überschaubar. Diese belaufen sich auf die Beantragung des Erbscheins, die Änderung im Grundbuch sowie laufenden Kosten.

Die Höhe der Kosten für den Erbschein sind abhängig von dem Vermögen, das geerbt wird. Beträgt der Wert des geerbten Hauses circa 500.000 Euro, belaufen sich die fälligen Kosten für den Erbschein auf ungefähr 935 Euro.

Zu den laufenden Kosten zählen beispielsweise Nebenkosten und Steuern. Diese können sich von Immobilie zu Immobilie stark unterscheiden und müssen individuell ausgerechnet werden.

Änderung des Eintrags im Grundbuch

Bei einem gewöhnlichen Hauskauf werden für die Änderung des Grundbucheintrags Kosten fällig. Nicht so, wenn Sie ein Haus erben. In diesem Fall steht Ihnen eine Frist von zwei Jahren zu, innerhalb der Sie sich kostenfrei als Eigentümer der Immobilie im Grundbuch eintragen lassen können.

Um den Eintrag im Grundbuch abändern zu lassen, ist ein Erbschein erforderlich. Diesen erhalten Sie beim Nachlassgericht des Amtsgerichts des letzten Wohnorts, unter dem der Erblasser gemeldet gewesen ist.

Alternativ kann auf dem Grundbuchamt auch ein notarielles Testament vorgelegt werden. Ein einfaches Testament ist jedoch nicht ausreichend.

Berechnen Sie die Erbschaftssteuer

Wer ein Haus erben wird, sollte sich möglichst zeitnah die Höhe der Erbschaftssteuer ausrechnen. Das Gesetz gewährt dem Erben einen hohen Steuerfreibetrag. Bei Ehegatten der Erbschaftssteuerklasse I liegt dieser bei 500.000 Euro. Kinder und Enkel profitieren von einem Steuerfreibetrag von 400.000 Euro.

Eine Erbschaftssteuer wird dann fällig, wenn der verbleibende Nachlass, nachdem alle Verbindlichkeiten errechnet und abgezogen wurden, über dem Freibetrag liegt.

In der Erbschaftssteuerklasse I werden nach Abzug der Freibeträge bei einem Nachlass im Wert von bis zu 75.000 Euro 7% Erbschaftssteuer fällig. Bei einem Nachlass im Wert von bis zu 300.0000 werden 11% Erbschaftssteuer fällig.

Sie werden ein Haus erben und möchten dieses verkaufen? Gerne stehen wir Ihnen zur Seite und beraten Sie. Nehmen Sie per Telefon Kontakt mit uns auf, damit wir uns Ihrer Sache annehmen können.

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